Multifunktionsgebäude…

Ihr seht hier das ehemalige Benediktinerkloster Sankt Mang in Füssen. Wer die Stadt am Alpenrand passiert – und das tun wir gerade – kann das Gebäude eigentlich nicht übersehen. Heute beherbergt es u.a. ein Museum, die Bibliothek und das Rathaus der Schwabenstadt.

Wie ihr seht, rechtfertigte das Wetter heute durchaus, Regenschirme dabei zu haben; wenn sie dann auch noch farblich abgestimmt sind und weitestgehend zum Gebäudedach passen, freut sich der Fotograf natürlich besonders…

Multifunktionsgebäude…

Asiatische Touristen erobern das Eismeer

Stimmung auf dem Steg: das schöne Fischerdorf Volendam am Markermeer

Etwas verspätet zeige ich heute ein Bild von einem Hollandbesuch vor zwei Monaten. Ihr seht hier ein Teil der Hafenanlage der kleinen holländischen Ortschaft Volendam, die am Markermeer liegt. Das Markermeer (es war zu dieser Jahreszeit noch zugefroren) ist eigentlich gar kein Meer, denn im niederländischen heißt Meer nämlich See. Es handelt sich hier also um einen 700 km² großen Binnensee, der durch einen Deich vom IJselmeer getrennt ist. Dieses wiederum grenzt im Norden an die Nordsee. Hier gibt es also auch keine Ebbe und Flut.

Ein Grund, weshalb mir dieser Ort in Erinnerung bleiben wird, war die unerwartet hohe Anzahl an asiatischen Touristen. Diese hier feierten ausgiebig auf dem Steg im Hafen, machten unzählige Bilder von sich und dem Eismeer und waren so vergnügt, dass ich im Nachhinein nicht sagen kann, wer mehr Krach gemacht hat – die sieben Asiaten auf dem Steg oder die geschätzten hundert Möven, die über Ihnen kreisten. Zusammen mit dem stummen Standbild der heiligen Maria, die im Hintergrund über die Hafeneinfahrt wacht, ergab sich jedenfalls eine recht bizarre Szenerie, die ich nicht vergessen werde.

Asiatische Touristen erobern das Eismeer

Spandauer Vorstadt, wie haste Dir verändert…

Der Bildvergleich Damals & Heute mittels Foto-Slider ist im digitalen Zeitalter eine beliebte Spielerei geworden. Der webbasierte und kostenlose Dienst JuxtaposeJS war Vorreiter dieser Technologie, inzwischen gibt es aber auch eine Handvoll WordPress Plugins, die sich schnell installieren lassen und responsive arbeiten. Ein ebensolches kam in diesem Beitrag zur Anwendung. Grundsätzlich gilt bei Bildvergleichen: je deckungsgleicher die Fotos aufgenommen sind, desto besser wirkt dieser Effekt. Die Deckungsgleichheit setzt einen möglichst identischen Kamerastandpunkt und Aufnahmewinkel voraus. In Photoshop kann das ganze dann natürlich noch optimiert und ein wenig „passend gebogen“ werden.

Die S-Bahnbrücke über die Friedrichstraße in Blickrichtung Süden. Für den Vergleich einfach den Bildtrenner nach links oder rechts ziehen. 

Ich habe einen fotografischen Spaziergang durch das historische Stadtviertel „Spandauer Vorstadt“ in Berlin-Mitte im Jahre 1990 als Grundlage genommen, um mit diesem Effekt mal ein wenig zu experimentieren. So habe ich mir zehn Fotos einer Serie, die ich als Jugendlicher dort aufgenommen habe, herausgesucht und Vergleichsbilder aus heutiger Sicht angefertigt. Das mit der Deckungsgleichheit und demselben Kamerawinkel war am Ende gar nicht so einfach wie ich dachte, manchmal hatte ich sogar die Vermutung, der Fernsehturm wäre in den letzten 30 Jahren gewandert;-)

Die Kreuzung Gormannstraße Ecke Steinstraße

Die Bilder der damaligen Serie eignen sich meiner Meinung nach sehr gut für einen Damals & Heute Vergleich. Obwohl die meisten Gebäude weitgehend erhalten geblieben sind, hat sich das Straßenbild in den letzten 27 Jahren hier dennoch stark verändert.

Spätestens mit dem Einzug des Tourismus haben sich Gastronomie, Einzelhandel und Menschen in diesem Viertel sehr stark gewandelt. Die Adressen hier zählen inzwischen zu den beliebtesten und prominentesten der ganzen Stadt – man findet hier Luxusmarken aus der ganzen Welt, unzählige Galerien, aber auch regionale Manufakturen.

Übrigens war es mir bei einigen Fotos nicht mehr möglich, den damaligen Standpunkt zu ermitteln, da einige Häuser gar nicht mehr existieren und Baulücken und Brachen von damals heute inzwischen fast alle zugebaut sind.

Oranienburger Straße 50: Bunte exotische Restaurants wie dieser Inder sind aus der hippigen Mitte-Landschaft von heute nicht mehr wegzudenken.

Die Oranienburger Straße mit Blick auf den Fernsehturm. Die markanteste Veränderung ist hier wohl die Straßenführung im Bereich der Straßenbahnhaltestelle. Fast unverändert bis heute: Das Tacheles (letztes Gebäudeensemble auf der rechten Seite), aber mitte 2018 soll auf dem Areal bereits mit dem Hochbau des neuen Tacheles-Quartiers begonnen werden.

Eingang des 1792 erbauten Wohnhauses Oranienburger Straße 34. Dieser Eingang liegt schon um die Ecke in der Tucholskystraße.

Heute eine hochfrequentierte Straßenecke: Rosenthaler Straße Ecke Neue Schönhauser Straße. Schon zur Wendezeit beherbergte das Eckgeschäft des großen Wohn- und Geschäftshauses eine Apotheke.

Wo einst der Haarfärber residierte, ist heute eine Kochschule ansässig.

Wohnhaus in der Alten Schönhauser Straße 48

Leerstand? In diesem Viertel nur kurz, inzwischen ist in die Auguststraße 92 wieder Gastronomie eingezogen.

Alte Schönhauser Straße in Blickrichtung Norden. Die Tage von „Müllers Snack“ sind schon lange gezählt.

Insgesamt ist ein Foto-Slider eine wirklich tolle Sache und eine leicht umzusetzende Methode für Vorher-Nachher, bzw. Früher-Heute-Ansichten. Das passende Bildmaterial in petto zu haben, ist hierbei die größte Herausforderung.

Spandauer Vorstadt, wie haste Dir verändert…

Summ, summ, summ – ich seh dich!

Nahaufnahme einer Wespe
Mit hervorragenden Sehorganen ausgestattet: Vespula vulgaris

Vor ein paar Tagen ist mir die erste Wespe in diesem Jahr begegnet – bei den momentanen Außentemperaturen eigentlich ein Wunder. Sie hatte sich auf unserem Balkontisch niedergelassen und schien die Sonnenstrahlen genauso zu genießen, wie ich.

Da die Makrofotografie ein Bereich der Fotografie ist, der mich zwar sehr fasziniert, in dem ich aber völlig unerfahren bin, freut es mich, dass mir dieser ungeplante Schnappschuss (aus meiner Sicht) eigentlich ganz gut gelungen ist, und das hat drei Gründe:

Erstens bewegte sich dieses Exemplar ganz untypischerweise für Wespen. Während sie sonst unberechenbare hektische Zickzackkurse fliegen und sich selten irgendwo länger als eine Sekunde niederlassen, saß diese Wespe seelenruhig und unbeweglich auf dem Holz, als würde sie dort festkleben und die Welt um sich herum vergessen haben. So konnte ich ihr sehr nah kommen, ohne das sie gleich die Flucht ergriff.

Zweitens hatte ich einen betriebsbereiten Aufsteckblitz griffbereit, den ich auf der Kamera im TTL-Modus auslöste. Da dies eine Hochformataufnahme ist (ja, richtig, es ist ja eigentlich ein Querformat, ich habe das Bild aber erst in der Nachbearbeitung zum Querformat geschnitten), kommt das Licht des Blitzes ein wenig von rechts. Das erweckt den Eindruck, der Blitz sei entfesselt gewesen, obwohl er es nicht war. Ohne Blitz wäre die Gesichtspartie des Insekts im Schatten abgesoffen (und die Aufnahme damit unbrauchbar), da dies eine Aufnahme gegen die Sonne ist.

Und Drittens konnte ich die Kamera gut am Balkongeländer abstützen, was nützlich war, um die Aufnahme nicht verwackeln zu lassen und insgesamt eine stabile Aufnahmeposition zu haben.

Hmm, besonders hübsch sieht sie ja eigentlich nicht aus, oder anders: Das Kindchenschema funktioniert einfach nicht bei dieser Spezies – die Augen sind riesig und das ganze Ding wirkt einfach monströs. Da ist es doch eigentlich ganz gut, das Wespen so kleine Tiere sind, sonst würde man wahrscheinlich jedesmal schreiend weglaufen, wenn man ihnen ins Gesicht schaut;-)

Und die Wespe hat nicht nur riesige Augen, sie hat auch sehr viele davon! Die sogenannten Komplexaugen (oder Facettenaugen) setzen sich aus zahlreichen Einzelaugen zusammen. Zusätzlich haben sie noch einen Ausläufer zur Oberseite des Kopfes und ermöglichen dem Insekt so eine Rundumsicht von nahezu 360°(!). Und wer genau hinsieht, kann auf der Stirn noch die drei Punktaugen erkennen, die für die Erkennung der Helligkeitswerte zuständig sind und bei Navigation und Flug unterstützen. Im Gehirn des Insekts ergibt sich dann aus den einzelnen Informationen und Bildpunkten ein Abbild der Umgebung. Und als wenn das noch nicht genug an optischer Ausstattung wäre, können Wespen extrem schnelle Geschwindigkeiten wahrnehmen (viel schnellere als der Mensch), sie sehen quasi in Zeitlupe – alles in allem also wahre Sehkünstler!

Die Aufnahmetechnik: 100mm Macro, 1/125sec, f11 (da man bei Makroaufnahmen eh nicht viel Tiefenschärfe hat, sollte man möglichst weit abblenden), ISO 250, Systemblitz aufgesteckt im TTL-Modus. Noch besser wirkt in der Makrofotografie der Einsatz des Blitzes natürlich richtig entfesselt und dann schräg seitlich positioniert, aber meine Funkempfänger lagen drei Etagen tiefer und so lange hätte die Wespe dann wahrscheinlich doch nicht gewartet…

Summ, summ, summ – ich seh dich!

Kruzifix

Blick durch das Schlüsselloch einer alten Kapelle

Heute vormittag habe ich einen kurzen Abstecher zum Friedhof Grunewald gemacht. Dort gibt es eine kleine Kapelle, deren Tür allerdings verschlossen war. Mit der Kamera konnte ich jedoch einen Blick durch das Schlüsselloch werfen: gradlinig fiel der Blick auf das Jesuskreuz am Ende des Raumes, dieses wiederum war fast genau mit einem dahinter liegenden Fensterkreuz ausgerichtet. Das Kreuz mittig und passgenau ins Schlüsselloch zu bekommen, war für mich übrigens gar nicht so einfach. Nach ein paar Versuchen war ich dann aber zufrieden!

Ich finde, das Bild hat eine Wirkung. Der Goldene Schnitt, der große Unschärfebereich, der die prunkvolle alte Tür erahnen lässt und nicht zuletzt die Symbolik geben ihm seine Daseinsberechtigung.

Kurz zur Bearbeitung in Lightroom: Kontrast und Klarheit angehoben, Farben Richtung „Alte Patina“ verschoben, Dynamik rauf, Sättigung runter und das Bild zu den Rändern hin abgedunkelt. Da das Scharfstellen mit Autofokus hier zur Geduldsprobe werden würde (ich wage sogar zu behaupten, in diesem Fall wäre die Benutzung des AF unmöglich), empfehle ich solche Motive manuell zu fokussieren.

Kruzifix